Tipps für Instrumentenkauf

Ich möchte Ihnen hier ein paar Ratschläge für den Kauf des richtigen Instruments geben:
 
Klavier:

Wenn Sie den Platz für ein echtes Klavier haben, würde ich Ihnen auf jeden Fall dazu raten sich für dieses zu entscheiden.
Der Spaß an einem akustischen Instrument (einem gut funktionierenden !!!) ist mit nichts aus der virtuellen Welt vergleichbar.
Sicherlich schreckt der Anschaffungspreis im ersten Moment ab, aber auch hierfür gibt es diverse Möglichkeiten.
Alle Klavierhändler bieten mittlerweile Mietklaviere zu sehr moderaten monatlichen Preisen an.
Der Wertverlust eines echten Klaviers ist wesentlich geringer als bei einem Auto oder einem elektrischen Instrument.
Ein elektrisches Instrument hat, aufgrund der immer weiterführenden Entwicklung, nach 5 bis 10 Jahren fast keinen Wert mehr.

Gehen Sie zu einem FACHHÄNDLER !!!
Ich würde Ihnen vom Kauf eines gebrauchten Klaviers aus privater Hand generell abraten, da nur ein Fachmann feststellen kann,  ob das Klavier funktionstüchtig ist.
Lassen Sie zumindest einen Klavierstimmer darauf schauen, bevor Sie sich für einen Kauf aus privater Hand entscheiden.
Hier gibt es viele Dinge, die der Laie nicht sehen kann (die meist auch der Verkäufer nicht weiss). Das böse Erwachen kommt, wenn z.B. das Klavier aufgrund technischer Mängel nicht mehr stimmbar ist.
Viele Klavierhändler bieten auch sehr gute gebrauchte Klaviere an. 
Diese sind komplett überholt und restauriert und somit voll funktionstüchtig.

Wenn Sie keinen Platz für ein echtes Klavier haben, bzw. aufgrund der Nachbarn kein „echtes“ anschaffen können, gibt es die Möglichkeit, ein Digitalpiano zu kaufen.
Digitalpianos sind in den letzten Jahren sehr weit fortgeschritten. Ein gutes Digitalpiano ist auf jeden Fall besser als ein schlechtes Klavier.
Der Vorteil des Digitalpianos: man kann jederzeit mit Kopfhörer spielen (zur Info: auch echte Klaviere bieten diese Technik bei einigen Modellen an).

Ein Keyboard ist eine Alternative für den Start. Aber auch nur für die ersten paar Wochen !
Als Ersatz für ein Klavier ist es nur am Anfang brauchbar. Wenn z.B. Ihr Kind probieren möchte, ob es überhaupt Klavier lernen möchte. Sobald man in weiterführende Techniken des Klavierspiels „eintaucht“, stößt man unweigerlich an die Grenzen jedes Keyboards.
Es ist ein großer Unterrschied zu den Tasten, bzw. dem Spielgefühl, auf einem Klavier. D.h. es wird schwerer vom Keyboard auf das Klavier umzusteigen. 
Die Muskulatur entwickelt sich nicht richtig und es macht einfach keinen Spaß, wenn die Lieder nicht klingen (und das können sie auf einem Keyboard nicht !).
Umgekehrt ist das ein kleineres Problem: wenn man am Klavier gelernt hat, hat man keine Probleme auf einem Keyboard zu spielen. Es wurde eine umfassendere Spieltechnik durch das Klavierspiel erworben.
Wenn ein ernsthaftes Interesse am Erlernen des Klavierspiels besteht sollten Sie den Kauf eines Klaviers oder Digitalpianos vorziehen.
 
Gitarrenkauf:

Gitarren für Kinder:
Für den Anfang ist es zwingend erforderlich, Ihrem Kind die PASSENDE Gitarre zu kaufen.
Es gibt 1/2 und 3/4 Größen, d.h. diese sind kleiner als die „normale“ Gitarre.
Die richtige Größe hängt von der Körpergröße Ihres Kindes ab. Gehen Sie in ein Fachgeschäft und lassen Sie sich beraten.
Für den Gitarrenunterricht für Kinder empfehle ich Ihnen mit der klassischen Gitarre zu beginnen.
Dies hat folgende Gründe: die Saiten, und somit die Töne, lassen sich leichter und sauberer spielen als dies z.B. bei einer E-Gitarre der Fall ist.
Es hat keinen Sinn im Alter von 6 bis 10 Jahren direkt mit der E-Gitarre zu beginnen.
Falls Ihr Kind unbedingt direkt mit E-Gitarre beginnen möchte, bin ich gerne bereit, den/die Schüler/in bei mir im Unterricht testen zu lassen.
Innerhalb von wenigen Minuten merkt man dann selbst, warum die klassische Gitarre für den Anfang besser geeignet ist...

!!!!!! Kaufen Sie keine „Billiggitarre“ !!!!!!!!!!

Es muss kein Edelinstrument für mehrere hundert oder tausend Euro sein, aber billig ist eindeutig das Schlechteste, was Sie kaufen können.
Sie können das Geld auch direkt in die Mülltonne werfen.
Für eine gute und brauchbare Gitarre sollten ab ca. 150 Euro investiert werden. Zwischen 150 und 300 Euro bekommen Sie schon ein ordentliches Instrument.
Hierbei können Sie gerne auf Spielereien wie z.B. Tonabnehmer und Lackierung verzichten.
Diese sind meist minderwertig und nicht wirklich brauchbar.

Billige Instrumente führen zu Frust, da diese Instrumente schlecht bespielbar sind, nach nichts klingen und der/die Schüler/in sich noch so anstrengen kann....es wird immer nach nichts klingen.

E-Gitarren für Jugendliche:
wenn die Finger eine gewisse Größe haben und sich schon ein Musikgeschmack in Richtung Rockmusik, bzw. moderner Musik eingestellt hat, ist es schwer, Jugendliche zur klassischen Gitarre zu bewegen.
Meist ist das Interesse aber so groß, dass es auch mit der E-Gitarre als Startinstrument funktioniert.
Auch hier gilt: keine Billiginstrumente (es gibt einige wenige, die funktionieren, aber das ist eher selten)
Als grober Richtwert: ab 200 Euro für eine Gitarre müssen Sie als Startpreis rechnen. 
Liegt die Gitarre über 200 Euro, steigt die Qualität erheblich. U.a. sind die Stimmwirbel wesentlich genauer, die Verarbeitung ist besser etc.
Dazu müssen Sie aber auch einen Verstärker einplanen. 
Für den Anfang geht es mit einem billigeren Verstärker, allerdings wird sich auch hier schnell ein Gefühl einstellen, dass man nicht gut spielt, da ein billiger Verstärker niemals so klingt, wie man es z.B. von CD hören kann!
Auch hier würde ich Verstärker wählen, die ab einem Preis von ca 150 Euro erhältlich sind.
Es gibt viele Fachhändler in unserem Umkreis.
Dort gibt es genügend Personal, das spielen kann und wenn man gezeigt bekommt, wo die Unterschiede liegen, merkt und hört man selbst, wie sich diese bemerkbar machen.


Allerdings noch ein kleiner Hinweis: eine teure Gitarre oder ein teures Klavier wird immer nur gut klingen, wenn derjenige, der dieses Instrument spielt, die nötigen Fertigkeiten mitbringt!
Es ist ein Irrtum, zu glauben, dass ein teures Instrument automatisch besser klingt.
Das bedeutet: nur mit Übung und Spiel wird man mit dem richtigen Instrument gut werden.


 

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