Persönliche Ansichten

Jeder hat seine eigenen Ansichten und ich behaupte, dass es immer wieder gute Ansätze und Ideen im Bereich der Musik und im Unterricht gibt.
Im Laufe vieler Jahre musikalischer Tätigkeiten, in denen der Unterricht der Mittelpunkt war und ist, habe auch ich einiges an Erfahrung sammeln können, die meinen Blick „geschärft“ haben.

Schauen wir uns den Unterricht an:
ich finde es großartig anzusehen und mitzuerleben, wie sich Kinder, Jugendliche und auch Erwachsene im Laufe der Jahre an den Instrumenten entwickeln.
Gerade in unserer schnelllebigen Zeit ist es schön, dass das Interesse, ein Instrument zu erlernen, immer noch vorhanden ist.

Ob jemand „Talent“ hat, oder nicht ist, nach meinen Erfahrungen, nicht der entscheidende Punkt.
Es ist klar: es gibt die „Überflieger“, die sehr leicht verstehen und es damit sehr weit bringen können.
Diese sind aber die Ausnahme, der größte Teil liegt im „normalen Bereic“.
Und nun kommt der entscheidende Faktor:
Schüler, die im normalen Bereich liegen, müssen oftmals härter an der Materie arbeiten und können hierdurch ebenfalls richtig gut und erfolgreich werden.
Oftmals sind das die „kreativen Köpfe“, die die Musikwelt stark bereichern! 
„Talente“ sind zwar schnell im Verständnis und der Umsetzung, aber ohne richtige Übung wird daraus nichts werden.
Jemandem Talent zu attestieren oder auch nicht, ist ebenfalls ein Punkt, bei welchem ich sehr vorsichtig geworden bin.
Es gab schon Schüler, die unglaublich schnell ein gutes Spiel gezeigt haben, aber meist beim Schritt zu mehr Übung keine Lust mehr hatten.
Umgekehrt gab es Schüler, bei denen ich neugierig war, ob es was wird, die aber mit einer Willenskraft geübt haben, dass ich selbst verwundert war, was dabei herauskam.
Daher muss man jeweils schauen, in welche Richtung die Entwicklung geht.
Das ist letztlich auch das Spannende im Leben... keiner kann vorhersagen, was kommen wird.

Es ist schon immer mein Ziel gewesen, auf jeden Schüler individuell einzugehen. 
Wir „erarbeiten“ gemeinsam die unterschiedlichsten Lerninhalte. Wenn etwas nicht verstanden wird, ist es meine !!! Aufgabe, es so zu erklären, dass
am Ende keine Fragen mehr offen sind. Dafür muss der/die Schüler/in natürlich auch sagen, wenn etwas unklar ist.

Selbstverständlich gehört auch dazu, dass ich genau zuhöre. Es gibt immer wieder Phasen, in denen wenig „läuft“.
Meist sind es diese Zeitabschnitte, in denen in der Schule viel gefordert wird, teils der normale Schulunterricht mit Masse statt Klasse vollgestopft wird, 
oder auch 3 Arbeiten in einer Woche geschrieben werden.
Hier muss man am Instrument ein bisschen flexibel sein und „überbrücken“. Technikübungen sind da meist perfekt, da man, mit wenig Anstrengung, viele Bewegungsabläufe festigen kann.
Wichtig ist aber, dass danach wieder der Normalzustand kommt und man als Schüler lernt, sich zu organisieren. 

Ich darf mittlerweile behaupten, dass ich didaktisch einiges an Erfahrung mitbringen kann und leider muss ich hier auch ehrlich sein und betonen, dass es auch im normalen Schulunterricht nicht immer an den Schülern liegt!
Man muss sich auch als Lehrer anstrengen und immer wieder Neues lernen.
Es genügt nicht, sich auf dem auszuruhen, was man schon kann. Musikrichtungen ändern sich, der Geschmack ebenfalls, alles ist schnelllebiger geworden und Vieles wird nur noch oberflächlich behandelt.
Das ist nicht immer leicht, aber gerade DAS ist das Interessante. Natürlich gibt es Dinge, die schon immer so funktioniert haben und die man einfach lernen muss.
Aber letztlich sollte man schauen, wo die Stärken jedes einzelnen sind und diese weiter ausbauen.

Zum Thema „Zeitmanagement“:
Es ist nicht immer nur die Schule, die an mangelnder Zeit Schuld hat.
Oftmals sind die „Zeiträuber“, die für Stress sorgen, eher im Bereich des normalen Alltags zu finden (ich sage hier nur: Handy und Soziale Medien).
Auf der einen Seite ist es schön, dass die Technik uns bereichert, aber diese wird oft nur für sinnlose Dinge verwendet.
Jeder (da nehme ich mich nicht aus) ertappt sich dabei, dass man wieder zu lange Zeit damit verbracht hat. Hier heißt es: aufwachen und gegensteuern.

Auch was Trainings- und Übezeiten betrifft: die Regelmäßigkeit ist der wichtigste Faktor.
Am Anfang sollten 15 min am Tag „drin“ sein. Damit geht es schon recht schnell voran.
Sobald die Grundlagen gelernt sind, wird die Zeit zum Erlernen kürzer. Dann kann man leichter üben.
Je mehr Zeit pro Tag investiert wird, desto besser wird man und es geht noch schneller voran.
Später wird die Zeit automatisch mehr werden. Wenn erst einmal das Notenlesen, die Technik und das Verständnis aufgebaut sind, dann kommt der eigentliche Spaß und man macht Musik!
Manche Schüler tun sich schwer mit einem Zeitplan. Hier geht man besser auf Wiederholungen der jeweiligen Aufgabe. Unterm Strich kommt man auf das gleiche Ergebnis.
Hier benötige ich immer die Infos durch die Eltern. Wenn ein/e Schüler/in keine Lust hat zu Üben, hat es meist einen Grund. Oftmals muss man einfach mal etwas anderes
spielen, z.B. ein Lied welches der/die Schüler/in sehr mag.

Das sind ein paar Gedanken, die mir wichtig sind. Hier bin ich einfach ehrlich und rede nicht um den heißen Brei herum. 


 

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